Wie ich die Fliegerei kennen- und schätzen gelernt habe

Mr. Al auf dem Weg zum Linienpiloten?

Hier bloggt Al, ein flugbegeisterter Jenenser, 20 Jahre jung. Zur Fliegerei kam ich durch meinen Vater, seines Zeichens ambitionierter Hobbyarchäologe, für den es seitdem ich denken kann stets am schönsten Junisamstag des Jahres von Jena-Schöngleina in Falke oder C172 zu einem Rundflug über Thüringen ging, auf der Suche nach den Überresten prähistorischer Siedlungen in den Weizenfeldern unseres Freistaates.

Vielleicht gerade weil ich nie mitkommen durfte, und am besagten Juniabend meine Kindesaugen gespannt auf den ersten Schnappschuss unseres Heimatdorfes warteten, wurde die Fliegerei schon für mein zehnjähriges Ich beinahe zu einem sagenumwobenen Mythos. In der Mittelstufe trat ich vorübergehend dem lokalen Segelflugverein bei; konnte die Ausbildung aber leider nur bis zur theoretischen A-Prüfung fortführen, da ich 2012 auf eine Internatsschule wechselte.

Mein beschauliches Heimatdorf in Thüringen

Während des Abiturs nahm ich jedoch mehr und mehr Abstand von meinen Pilotenambitionen. Der Hauptgrund: Zu groß waren die Unsicherheiten der Branche. Lufthansa und Co. bildeten kaum neue Flugschüler aus, die airberlin-Insolvenz zeichnete sich ab, neue Airlines wie Norwegian oder Scoot waren entweder irrelevant oder noch gar nicht erst gegründet – kurz: der Arbeitsmarkt für Piloten war gesättigt. Man muss dazu sagen, dass dies in einer Zeit war, in der DLH und Airberlin die einzigen Carrier von Relevanz an deutschen Flughäfen waren, ein Flugticket nach Rom 200€ kostete und wenn es über den großen Teich gehen sollte definitiv vierstellig ins Budget ging.

Ob dieser Marktlage begann ich ein geowissenschaftliches Studium an der TU Dresden, währenddessen ich nach gut einem Jahr den Markt der Billigflieger für mich entdeckte. Bei einem 60€-Wochenendtrip nach Barcelona im Herbst 2017 fing ich an zu realisieren, welcher Boom der Luftfahrtbranche unmittelbar bevorsteht. Im Verlauf des folgenden Jahres begann ich mehr und mehr mich über die aktuellen Entwicklungen der Branche zu belesen, über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren, und fasste den Entschluss, es nach Abschluss meines Studiums einfach “doch zu probieren”.

Diesen Weg möchte ich mit diesem Blog protokollieren – einerseits natürlich für flugbegeisterte Schüler oder Studenten, die meine Faszination der Luftfahrt teilen; andererseits ebenso als Dokumentation über meinen Weg zur Lizenz für mich selbst, auf den ich in zehn oder zwanzig Jahren als Captain zurückblicken und sagen kann: Richtig gemacht!

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