“Sehr geehrter Herr Köhler, wir bedauern sehr, Ihnen mitteilen zu müssen, dass…”

Unerwartet, aber auch nicht überrascht; enttäuscht, aber nicht traurig: So kann man meine Reaktion auf die negative Berufsgrunduntersuchung beim DLR wahrscheinlich am besten beschreiben.

Nach den längsten zwei Tagen meines Lebens kam um 14.33 Uhr die befürchtete Mail, dass ich meine “MPL Berufsgrunduntersuchung” nicht bestanden habe. Die schlechten Neuigkeiten vorneweg: Die MPL BU kann nicht wiederholt werden, das Thema ab-initio-Ausbildung bei der Lufthansa-Gruppe mit Sitz im Mainline-Cockpit ab der ersten Flugstunde ist damit vorbei.

Nur natürlich wäre es also, blickte man nach so einer Erfahrung mit Verbitterung auf die vermeintlich falschen Entscheidungen in der Vorbereitung wie auch in der Prüfung selbst zurück. War ich zu wenig oder schlicht falsch vorbereitet? Möglicherweise. Habe ich zu wenig geschlafen, falsch gegessen, unkonzentriert gearbeitet? Möglicherweise. Doch diese Vorwürfe bringen weder mich noch irgendjemand anderen weiter. Die Lufthansa soll – zumindest nicht heute und morgen – mein zukünftiger Arbeitgeber sein. Das habe ich zu akzeptieren. Und auf dieser Tatsache aufbauend kann ich selbst entscheiden, wie mein Leben und mein eventueller Weg ins Cockpit weiter verlaufen soll.

Am schlimmsten, so war meine Befürchtung, wäre mein Neid auf meine Mitprüflinge gewesen; die wenigen Glücklichen, die eine Einladung zur zweiten Stufe, der Group Qualification (GQ) im Postfach hatten. Aus unserer Clique vom Abend zuvor hatten tatsächlich drei das Vergnügen, zur zweiten Stufe geladen zu werden, doch anstatt Verbitterung freute ich mich mit meinen Mitprüflingen, wovon ich extrem überrascht war.

Die schwierigste Entscheidung für mich war nun, auf welchem Weg es weiter gehen sollte. Den Weg über die ATPL-Ausbildung in die European Flight Academy zu gelangen stand und steht mir nach wie vor offen. Doch ob einer nur sehr kurzfristigen Terminvergabe und einer zweijährigen Sperrung bei negativem Ergebnis habe ich mich entschieden, zunächst mich bei anderen Flugschulen umzuschauen und neue Inspirationen zu gewinnen. Und dafür geht es am kommenden Samstag mit Kobster auf die PilotExpo Berlin!

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